Aus aktuellem Anlaß:
Was soll das?
Eigentlich bin ich in den letzten Monaten relativ gelassen geworden. Die neue Pferderasse der Barock-Knabstrupper macht es möglich, denn nun ist bei jeder Zuchtverfehlung, die ich entdecke, von mir nur der eine Satz zu hören: "Wir züchten keine "dänischen Knabstrupper" wir züchten Barock-Knabstrupper, daß ist ganz etwas anderes und bei uns ist Dieses oder Jenes nicht möglich!"
Doch nun ist es wieder soweit. Die Körpraktiken einzelner Züchter sind zum Haare raufen.
Ich habe mich schon lange daran gewöhnt, daß viele Körungen abgehalten werden, in denen kaum bzw eigentlich keine Selektion des "Zuchtmaterials" mehr stattfindet. Doch nun finden regelrechte Tourneen durch viele Zuchtverbände statt. Dabei wird nicht einmal sonderlich darauf geachtet in welcher Rasse der jeweilige Hengst gekört wird. WAS SOLL DAS?
Denken die Besitzer der Hengste etwa, die Menge machts? Frei nach dem Motto: gekört in Zuchtverband x, anerkannt im Zuchtverband y usw. und wer soviele Zuchtverbände im Büchlein hat der kann doch nicht schlecht sein oder?
Ich kann nur hoffen, daß die Käufer/Reiter der Hengste und deren Nachkommen in Zukunft darauf achten werden, daß ihre Pferde qualitätsvoll sind. Auf das Körurteil "gekört" kann man sich in heutiger Zeit leider nicht mehr verlassen, denn da scheinen die wirtschaftlichen Interessen mittlerweile vor den züchterischen zu kommen.
Dipl.-Ing. Thomas E.G. Hackmann
E-Mail for you ... Überraschung in der Mailbox
In den letzten Tagen hatten wir Besuch von Bent Branderup. Nun erhielten wir folgende E-Mail:
Sehr geehrte Herren Hackmann,
seit meiner Kindheit, d.h. seit vierzig Jahren verfolge ich die Knabstrupperzucht. Meine erste Begegnung mit den Knabstruppern war, als mein Onkel seine Stuten, Jütländer-schweres Oldenburger, zum Knabstrupperhengst führte und dabei ein buntes Fohlen heraus kam. Auf der Grundlage solcher Pferde wurde dann Anfang der siebziger Jahre der Knabstrupperverein (1971-72) gegründet. Mit Hinblick darauf, die ursprünglichen Gene der Knabstrupper zu retten, was aber statt dessen geschah, war eine noch chaotischere Mischzucht mit sich stark widersprechende Typen wie Trakehner, Holsteiner Shettlandponies und so weiter. Deswegen ist es auch weit hergeholt gewesen, diesen "Misch Masch" als Rasse zu bezeichnen.
Diesen Zustand habe ich in meinem Buch vorsichtig hingedeutet, indem ich geschrieben hatte, dass jeder Knabstrupper ein original ist. Nicht nur mit Hinblick aufs Exteriör, sondern leider auch in Bezug auf das Interiör. Deswegen war es eine große Freude und Bewunderung, ihre züchterischen Ergebnisse erleben zu dürfen. Die erreichte Qualität von einzelnen Tieren hat auch die Mischzucht hervorbringen können, aber eine Konstantheit ist in der Knabstrupper Zucht bis jetzt noch nicht vorhanden gewesen. Am stärksten zum Ausdruck kam, als wir die Weiden der einjährigen Stuten besuchten, wo neun der zehn Tiere wie die Perlen auf der Schnur sich Typmäßig gleichten. Durchweg typmäßige kleine elegante Köpfe, hochaufgesetzte elegant geformte Halsungen, kurze muskulöse Rücken, gut gewinkelte und bemuskelte Hinterhand, auf eleganten und korrektem Fundament, womit ich Beine und Hufe meine und aus der Hinterhand vorgreifende Gangarten mit Schulterfreiheit.
Nur auf einem Punkt bin ich mit ihnen uneinig: Ich verstehe zwar, dass sie sich darum bemühen, die Inzucht zu vermeiden, dennoch ist die Vererbungskonstantheit, die sich langsam in ihrem Stamm sichtbar macht genau das, was die Rasse braucht. Wir brauchen einen stabilen Stutenstamm, die Zuchthengste produzieren können, die die sonst uneinheitliche Rasse unterstützen können. So wie der PRE immer wieder auf Cartujano Blut zurückgreift um den Rassetyp und die Qualität nicht zu verlieren, denke ich, dass sie innerhalb von den nächsten Jahren einen Stutenstamm aufgebaut haben, die nicht nur konstant sind, sondern auch von herausragender Qualität. Dann erst können sie die Hengste von außerhalb in die Zucht reinholen, die zur Blutauffrischung führen können, ohne die Qualität, die sie dabei sind zu erreichen, wieder zu verlieren.
Wir müssen leider ins Auge sehen, dass die gesamte übrige Knabstrupperzucht erzeugt wird von Pferdeliebhabern, die ihre eigene Pferde zwar gern haben, den großen Überblick für das züchterische Ziel aber nicht verfolgen können (ich inklusive). Deswegen sehe ich es als grosse Chance für die Rasse, wenn wir anderen uns einfach an ihre züchterische Leistungen hinten heran hängen. Dies wird mir noch einfacher erscheinen, wenn der Thomas mit seinen diplomatischen Begabungen in Zukunft das Profil des Gestütes mehr nach aussen hin vertreten wird ;)
Ich möchte ihnen diesen Brief zur veröffentlichung frei geben, da ich hoffe, dass noch mehr Züchter am gleichen Strang ziehen, in Hinblick auf den Erhalt und der Zukunft der Rasse.
MfG,
Bent Branderup
Wir danken Bent Branderup für diese riesige Anerkennung. Es macht uns sehr stolz diese Bestätigung zu erhalten.
Wir werden die Kritik gerne aufnehmen und versuchen uns zu bessern, allerdings muß man berücksichtigen, das eine Zucht (und besonders eine Erhaltungszucht) nicht immer mit Samthandschuhen ausgeführt werden kann.
Next Generation, please.
Die neue Generation Barockknabstrupper steht in den Startlöchern und will endlich zeigen was in ihnen steckt.
Bei einen der Besuchen von Bent Branderup in unserem Gestüt hat Herr Branderup sich über die Qualität der Pferde gefreut. Herr Branderup war so begeistert, daß er einen dieser Youngster aussuchte.
Wir lieferten den Hengst dann nach Dänemark und durften an einer "Privat-Reitvorführung" teilhaben.
Wir bekamen ein hervoragendes Menü eigenhändig von Bent zubereitet. Vielen Dank dafür.
In den vielen Gesprächen stand natürlich immer die Zukunft Barockknabstrupper im Vordergrund.
Nun ist endlich auch bei Bent Branderup ein Knabstrupperhengst "Aus der schützenden Hand" eingezogen und die reiterliche Zukunft auf einem Knabstrupper ist gerettet.
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Knabstrupper Conference 2008
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Die Konferenz hatte als Thema "Farbgenetik". Die hochkarätigen Wissenschaftlerinnen Dr. Rebecca Bellone und Sheila Archer waren aus Amerika angereist um die Vorträge zu halten.
Die Vorträge waren höchst interessant und basierten teilweise auf bisher unveröffentlichte Forschungsergebnisse.
Während des Wochenendes war häufig Zeit für interessante und aufschlußreiche Gespräche in netter Atmosphäre.
Vielen Dank!
Schock! ... wo kommt der Pinto her?
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Wohl kaum jemand kann, den Schock nachvollziehen, wenn auf der Weide plötzlich ein Pintofohlen steht, obwohl man doch eigentlich einen Knabstrupper erwartet hätte. Dieses Fohlen erschütterte meine Weltanschauung, aber nach genauer akribischer Recherche ist es ein hieb- und stichfester Beweis meiner festen Überzeugung. Nun aber der Reihe nach:
Im Jahr 2007 kauften wir einen Weißgeborenen Hengst. Er sollte die Basis unserer Zucht verbreitern. Zwei dunkele Stuten durfte dieser Weißgeborene decken. Beide Stuten waren nicht miteinander verwandt, braun, von uns gezüchtet und stammten aus unseren ältesten Linien. Nach 11 Monaten "schlüpfte" dann das erste Fohlen. Ein Rapptigerschecke, Hengst, - unsere Freude war groß. Bestätigte sich doch anscheinend ein "guter" Kauf. Doch die Verteilung der Flecken verwunderte ein wenig. Aber was sollte es ... er war doch wunderschön.
Einige Tage später, ich saß über meinen Büchern und Plänen und arbeitete, überraschte mich ein Anruf. "Thomas, da steht ein Pinto auf der Weide ..." Meine Antwort war unmißverständlich: Verars... kann ich mich selbst. Das, was Du gestern zuletzt getrunken hast, solltest du in Zukunft weglassen! Aber ich fuhr los und machte mir selbst ein Bild und es war ein Pinto!
Nun war guter Rat teuer. Als erstes dachte ich: ruf die Polizei. Jemand hat unser Knabstrupperfohlen gegen diesen Pinto getauscht. Nach weiterem Nachdenken war klar: Es ist unwahrscheinlich, das jemand ein Pintofohlen zur selben Zeit bekommen hat wie wir unseren Knabstrupper. Sollte das ein Kuckuksfohlen sein? Ich nahm sofort Haarproben von Fohlen, Stute und Hengst. Meine Gedanken kreisten um den Decktermin in 2007. Konnte dort etwas schief gegangen sein? und woher sollte ein Pinto gekommen sein? Aber die Sorge war unbegründet, die Vaterschaft wurde vom Genlabor bestätigt.
Aber dennoch der Pinto blieb. Keine Antwort auf das "Woher". Nach intensiver Rechere waren einige Verdächtige ausgemacht. Dabei handelte es sich um Pferde im Pedigree des Hengstes, die ich (noch) nicht gesehen hatte. 2 Stuten kamen in Betracht, aber beides sollten Knabstrupper sein. Die eine Stute war 1982, die andere 1974 geboren. Aussagekräftige Unterlagen waren nicht zu finden und die beiden Stuten anscheinend verstorben. Alte Stutbücher waren ohne Bilder und führten als Farbbezeichnung nur "Knabstrupper". Aber dennoch: Nach weiteren "Ermittlungen" stieß ich darauf, daß eine Stute eine unbekannte Abstammung hatte. Somit meine Hauptverdächtige. Aber kein Foto dieser Stute war zu finden. Zufällig fand ich auf einer Veranstaltung einige alte Knabstuppernachtichten aus Dänemark und, wie der Zufall es will, war diese Stute auf einem alten, vergilbten schwarzweiß Foto zu sehen.
Es gab keinen Zweifel: diese Stute ist eine Pinto-Tigerscheck-Stute mit unbekannter Abstammung. Das war des Rätsels Lösung! Eine Stute die 1974 geboren ist, hat nach über 34 Jahren ihr "Geheimnis" offenbart. Sie war ein Pinto.
Was kann man daraus lernen? Alles was man in diese Rasse einkreutzt kommt eines Tages wieder herraus. Kein rassefremdes Gen geht verloren. Niemals bekommt man nach Fremdbluteinkreuzungen wieder einen Knabstrupper zurück. Eine erschreckende und stichhaltige Bestätigung meiner tiefsten Überzeugung. Dies führt uns vor Augen wie gefährdet diese Pferde sind.
Wir hatten Glück. Dieser Hengst hat bei uns sofort im ersten Zuchtjahr gezeigt was in ihm steckt und wir haben schon jetzt seine Nachkommen aus der Zucht genommen. Doch wieviele Knabstrupperzüchter arbeiten noch mit diesen Genen? und wieviele Linien sind noch betroffen?
Mein Rat für diejenigen, denen die "echte" Knabstrupper an Herzen liegen: Kaufen Sie nur Pferde aus gesicherten Beständen.
Dipl.-Ing. Thomas E.G. Hackmann am 17.09.2008
Bretter, die die Welt bedeuten ... eine kurze Bildernachlese.
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Baron aus der schützenden Hand stand über Wochen im Einsatz als "Kleiner Onkel".
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Auch zwischen den Auftritten wurde Baron aus der schützenden Hand von geschulten Sicherheitsbeauftragten im Dunkeln hinter der Bühne betreut.
Die Mare vom großen Pferd
Wie schon so oft geschrieben, kursieren unglaublich viele Halbwahrheiten über die Knabstrupperpferde.
Am vergangenen Wochenende wurde wieder eine Halbwahrheit mit der Inbrunst der Überzeugung in die Welt posaunt und die geht so:
Schon vor mehreren hundert Jahren gab es einen Knabstrupper/Frederiksborger Hengst, der 1,67 m groß war.
Deshalb wäre eine maximal Größe für Knabstrupper hinfällig.
Richtigstellung:
Leider wurde nicht mit überliefert, ob dieses Maß ein Band- oder Stockmaß war. Viele Maße der damaligen Zeit (und der beschriebenen Hengste) waren Bandmaße. Diese Methode ein Pferd zu messen war damals sehr sehr weit verbreitet, viel verbreiteter als heute. Sollte das Maß ein Bandmaß sein, so sind bei der Umrechnung zum Stockmaß 10 cm abzuziehen (12 cm bei rumpfigen Pferden). Damit ist der „Ausnahme Hengst“ mit 1,55 – 1,57 m plötzlich genau in unserem abgesteckten Maß.
Darüber hinaus haben wir die Größe wegen der positiven Reiteigenschaften ausgesucht. Wir werden zwar von historischen Quellen bestätigt, jedoch ist das kein alleiniges Kriterium.
Ähnliche oder verwandte Rassen haben die selben Größeneinteilungen und nicht zuletzt je reiner ein Knabstrupper wird desto wahrscheinlicher ist, dass er in dieses Maß passt.
Werpeloh, den 28.04.2008
Dipl.-Ing. Thomas E.G. Hackmann
Der verloren geglaubte Schatz!
Beim stöbern durch die Unterlagen und Belege der letzten Jahrzehnte ist mir eher zufällig die Festschrift zum 25-jährigen bestehender Knabstrupperforeningen for Danmark in die Hände gefallen.
Neben vielen interessanten Dingen waren dort auch verschiedene Hengstlinien aufgeführt bis zu dem damals (1996) aktuellsten Stand. Die Linien wurden penibel aufgeführt und dargestellt. Jedoch nur soweit diese Pferde in den dänischen Zuchtbüchern vorhanden bzw. eingetragen waren.
Leider wurden viele überwiegend sehr reine Zuchtlinien komplett herausgelassen. Weil sie ins Ausland (vornehmlich Deutschland) verkauft wurden. Ganze Dynastien Knabstrupperhengste bester Abstammungen fehlten in dieser Zusammenfassung. So kann diese Basis höchstens eine Arbeitsgrundlage sein.
Für die dänische Knabstrupperforeningen kann es in Zukunft doch nur heißen: Den genetischen Knabstrupperschatz in Deutschland zu bergen.
Werpeloh, den 25.10.2007
Dipl.-Ing. Thomas E.G. Hackmann
Zerstörung ohne Ende?!
Nachdem nun in letzter Zeit wieder soviel über verkreuzte Knabstrupper geschrieben und die Mischprodukte als der „Renner“ dargestellt wurden, nehme ich das zum Anlass wieder etwas zu diesem Thema zu schreiben:
Die Argumentation groß gleich gut kann ich nicht teilen und das möchte ich nur kurz darstellen.
Einige werden mich kennen, ich bin Dipl-Ing. LA und 1,97m groß. Angenommen ich bin einer der viel zitierten Käufer, die den „Markt“ im Pferdesektor ausmachen.
Ich gehen auf einen Pferdezüchter zu und möchte von diesem ein Pferd kaufen für mich. Es soll geeignet sein für Freizeitreiterei, gelegentlich Tuniere und was sonst noch so anfällt.
Ich möchte nicht, dass meine Beine unter dem Pferd zu sehen sind.
Aber es soll ein Shetland-Pony sein, weil ich diese Pferde so schön knuffig finde!
Also die Aufgabe ist gestellt: Shetlands in 1,70 m Größe.
Ich hoffe, das mit diesem kleinen Beispiel zeigen kann wie absurd manche Züchter argumentieren. Mit dem Einkreuzen fremder Rassen verliert man die wichtigsten Eigenschaften. Leider ist das bei der Knabstrupperzucht nicht so offensichtlich wie bei dem Beispiel nur der Verlust ist ebenso immens.
Durch solche Dummheit wird eine Jahrhunderte alte Rasse in der Existenz gefährdet.
Thomas E.G. Hackmann































